Kinder und digitale Medien – Chancen nutzen, Risiken vermeiden

Unter diesem Motto stand ein Elterninformationsabend Anfang Juli an der Schillerschule in Walldorf. An der großen Besucherzahl und der  großen Fragerunde am Ende konnte man die Brisanz des Themas feststellen. Vielen Eltern brennt das Thema förmlich unter den Nägeln.

Die Referenten erwiesen sich als ausgewiesene Experten:

Frau Anja Kegler engagiert sich im Jugendschutz und ist Leiterin einer Kindertagesstätte. Sie ist Verhaltenswissenschaftlerin sowie Referentin für Medienpädagogik im Landesnetz der Aktion Jugendschutz und des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg. Günther Bubenitschek ist Erster Kriminalhauptkommissar und arbeitet als Zivilcourage-Trainer sowie als Referent für Medienbildung und -sicherheit in der zentralen Geschäftsstelle Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes beim Landeskriminalamt Stuttgart.

Ganz unterschiedliche Themen wurden an diesem Abend angeschnitten, ein Schwerpunkt lag auf dem Gebiet des Jugendschutzes, beispielsweise der freiwilligen Altersfreigabeprüfungen unterschiedlicher Medien und Filme. Der Umgang mit Tablets und Smartphones sowie mögliche altersgerechte Computer- und Onlinespiele und sinnvoller Medienkonsum oder Messengerdienste wurden ebenso thematisiert. Außerdem gab es jede Menge Informationsunterlagen zu Info-Websites, Hilfskontaktadressen und Regeln für den Umgang mit digitalen Geräten.

Die grundsätzlichen Aussagen der Referenten könnte man auf folgende Sätze zusammenfassen:

Es ist grundlegend wichtig, dass Eltern im Gespräch mit ihren Kindern über die Nutzung der digitalen Medien bleiben. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist dabei die Grundlage, damit die Eltern wissen, womit sich die Kinder beschäftigen und die Kinder nicht in die digitalen Untiefen abtauchen. Hierfür gibt es vielfältige Unterstützungsangebote für Familien. Wichtig ist es, auch die Chancen zu nutzen, die die digitale Welt bietet und klare Regelungen mit den Kindern innerhalb der Familie zu finden, die für alle gelten. Die Eltern agieren hier als Vorbilder. Auf notwendige Auszeiten ist dringend zu achten. Smartphones sind in der Grundschule für die Kinder unnötig, die Nutzung der Geräte ist erst ab 14 sinnvoll, frühestens ab der weiterführenden Schule, abhängig davon, wie das Smartphone genutzt wird und welche Möglichkeiten zugelassen und welche Regelungen getroffen werden. Im Kinderzimmer hat ein Smartphone nichts verloren. Der Einsatz von Computerspielen und Messengerdiensten gilt es zu prüfen. Viele Spiele werden gespielt, viele Filme geschaut, die für die Grundschüler eine Überforderung darstellen. Insofern ist es wichtig, dass die Eltern sich informieren und wissen, womit sich ihr Kind beschäftigt.

Der Abend gab einen großen Überblick über die grundsätzliche Nutzung und den Umgang mit digitalen Medien, so dass die Eltern umfassend informiert wurden. Viele Detailfragen sind aber jeweils im Einzelfall dann zu lösen.

J. Stempfle-Stelzer