Schillerschule
Grundschule

Schlossweg 11
69190 Walldorf

Tel. 06227-63987
Fax 06227-840093
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Die Schillerschule im Wandel der Zeit

Ein geschichtlicher Abriss von Leo Jaeger, Rektor †

Wer über die Schillerschule berichten will, muss diesen geschichtlichen Abriss einbetten in die Geschichte der Schulen der Stadt Walldorf. Die Schillerschule will ich einmal als Enkelin der „Volksschule Walldorf“ bezeichnen, als jüngstes Mitglied der heutigen schulischen Einrichtungen: Waldschule, Schulzentrum, Schillerschule.

Zurück zu den Anfängen:

Im alten Schulhaus in der Bahnhofstraße befindet sich die Gedenktafel: Volksschule Walldorf, errichtet 1891 zur Regierungszeit des Großherzogs Friedrich v. Baden, unter Bürgermeister Stefan Abel; auch die damaligen Gemeinderäte sind aufgeführt. Natürlich gab es auch vorher schon Schulhäuser, sie aufzuzählen würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Dieses  Schulhaus also beherbergte die „Volksschule“ Walldorfs allein bis in die Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Als der Verfasser dieses Berichts 1952 nach Walldorf kam, als Lehrer auf seine 1. Planstelle, musste er zunächst im Nebenzimmer im „Gasthaus zur Linde“ Unterricht halten (Es stand dort, wo sich heute der Parkplatz an der Abzweigung Johann-Jakob-Astor-Straße aus der Nusslocher Straße befindet.) Die Schulraumnot war groß. Nicht nur „die Linde“ diente als Ausweichquartier, andere Klassen wurden im Anbau des „Hotel Astoria“ – Fuchsbau genannt – unterrichtet (heute ist dort der Parkplatz an der Drehscheibe); auch im Nebenzimmer des Gasthauses „Perkeo“ (heute Penny-Markt) und der Bürgersaal des alten Rathauses dienten als Schulraum. Die Stadt war gefordert und handelte, man baute ein neues Schulhaus, besser gesagt den ersten Erweiterungsbau.  


Das Kollegium der Volksschule Walldorf in den 50-er Jahren

Am 5.9.1955 wurde im „langen Bau“ an der heutigen Umgehungsstraße der Schulbetrieb aufgenommen. Aber auch dies bedeutete nur Provisorium, Übergang. Durch die sprunghafte Bevölkerungsentwicklung Walldorfs war bei der Aufgeschlossenheit der Stadt gegenüber schulischen Bedürfnissen und der bildungspolitischen Entwicklung im „Ländle“ Baden-Württemberg ein weiterer Neubau notwendig:


Einweihung der neuen Volkschule im Jahr 1955

Im Dezember 1966 wurde die „Waldschule“ eingeweiht. Neben dem alten Schulhaus beherbergte sie nun die „Volksschule Walldorf“ und noch dazu die ersten Klassen der neuen Realschule.

Im Jahr darauf – 1967 – erfolgte durch Erlass des Oberschulamtes Karlsruhe die Teilung der bisherigen „Volksschule“ in eine Grund- und Hauptschule und eine Grundschule. Der Gemeinderat beschloss am 19. Mai 1967 folgende Namensgebung: „Waldschule“-GHS, „Schillerschule“-GS, und er legte Schulbezirke und Einzugsgebiete fest. So, nun war die Schillerschule geboren! Ihr Einzugsgebiet ist das Wohngebiet westlich der Schwetzinger Straße und nördlich der Johann-Jakob-Astor-Straße. Sie erhielt mit Leo Jaeger am 26.2.1968 den ersten Rektor.

Aber schon wieder gab es Engpässe im Schulraum. Das Astorhaus musste herhalten mit 3 zusätzlichen Räumen, das Feuerwehrhaus mit 2 (in dem die eine Klasse die benachbarte wegen mangelnder Schalldichte störte).

Also schwerer, dreigeteilter Anfang der Schillerschule. Und an der Umgehungsstraße?

Stand der dortige 1955-er Erweiterungsbau leer? Keineswegs, hier „residierte“ inzwischen die Realschule (1967) und das Gymnasium (1968), also kein Platz für die Schillerschule!

Die Stadt baute weiter. Für das Gymnasium (1972) und die Realschule (1974) wurde das „Schulzentrum“ gebaut.

Jetzt, 1974, schlägt die Stunde der Schillerschule, sie zieht um an die Umgehungsstraße!

Endlich allein, endlich an einem Platz, architektonisch zwar bunt zusammengewürfelt, aber organisatorisch alles „unter einem Dach“. Die kleine Turnhalle hat ihre eigene Geschichte: Erste echte Turnhalle der anfangs erwähnten „Volksschule“, dann Turnhalle für Realschule und Gymnasium, dann erste Turnhalle der Schillerschule, heute Musiksaal, dann 1980 bekam auch die Schillerschule eine große Turnhalle, gleich nebenan, nun war sie perfekt, alles war vorhanden: Turnhalle, genügend Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Lernmittelzimmer, Lehrer- und Schülerbücherei, Filmsaal u.ä. B

ereits 1972 wurde ein kommunaler Schulkindergarten von der Stadt eingerichtet, räumlich wurde er 1976/77 der Schillerschule angegliedert und ihrer Schulleitung unterstellt. In ihm werden schulpflichtige, aber vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder zur Schulfähigkeit geführt. Heute spricht man amtlich von Grundschulförderklassen, bei denen eine möglichst enge Anbindung an die Grundschule erfolgt.

1982 trat Rektor Jaeger in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde der bisherigen Konrektor Manfred Helm, zur Konrektorin wurde bald Frau Marie-Luise Schmohl bestellt.

Am 17.2.1987 beschloss der Gemeinderat der Stadt, den einst für Realschule und Gymnasium erbauten Pavillon wegen schlechter Bausubstanz und ungenügender Isolierung und der daraus resultierenden Aussichtslosigkeit einer wirtschaftlich sinnvollen Instandsetzung durch einen Neubau zu ersetzen. In diesem Neubau wurde der Unterricht nach den Sommerferien 1991 aufgenommen, die feierliche Einweihung ist im Rahmen der 25-Jahrfeier geplant. Mit diesem Neubau konnten auch andere schulische Probleme aus der Sicht des Schulträgers gelöst werden: Die Grundschulförderklasse, bisher im Untergeschoss des ehemaligen „langen Baus“ kam „aus dem Untergrund“ heraus, die Sonderschule für Lernbehinderte, bisher im Ostflügel des Astorhauses untergebracht, wurde räumlich der Schillerschule angeschlossen und ist in ihr organisatorisch und pädagogisch integriert.

So stellt sich heute die Schillerschule dar als ein wichtiger Teil des Walldorfer Schulsystems. Man muss in diesem Zusammenhang dem Schulträger, der Stadt Walldorf, die Anerkennung für die in diesem Bericht anklingenden großen finanziellen und wirtschaftlichen Leistungen und für die Bewilligung der jeweils den gegebenen schulischen Situationen angepassten baulichen Leistungen in den Jahren 1946 – 1991 zum Ausdruck bringen. Um nochmals einen Vergleich anführen zu können, wie zu Beginn des Berichts, kann man sagen, dass die Schillerschule sich nie als „Stiefkind“ behandelt vorkam, sondern für ihre Wünsche, Forderungen und Anträge, die sie zur Erfüllung ihrer pädagogischen Aufgaben vorbrachte, offene Ohren und offene Hände fand.

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